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Online-Angebote bei Krebs

Digitale Unterstützung – Wie Tools, Apps und Online-Angebote den Krankheitsalltag erleichtern und die Lebensqualität von Krebspatient:innen stärken können.

30.12.2025
Expertengeprüft

Die Digitalisierung hat auch im Bereich der Krebsbehandlung einen wichtigen Platz eingenommen. Digitale Unterstützung, sei es durch Apps oder Online-Therapien, kann Krebspatient:innen helfen, ihren Alltag während der Behandlung besser zu meistern. 

Was ist E-Health für Krebspatient:innen?

Mit “E-Health” sind moderne Informations- und Kommunikationstechnologien gemeint, um die Behandlung einer Krebserkrankung zu unterstützen. 

Eine psychoonkologische Unterstützung kann sowohl mithilfe von Gesundheits-Apps, durch Gesundheitswebsites als auch durch digitale Gespräche erfolgen. Apps, Online-Therapien und digitale Beratungsangebote bieten Patient:innen Informationen, Unterstützung zum Umgang mit der Erkrankung und bieten eine komfortable Möglichkeit zur Nutzung, ohne sich auf den Weg zu einem anderen  Ort machen zu müssen. 

Mit digitalen Angeboten können auch Zeiten zwischen den Arztbesuchen überbrückt werden und sie stehen über längere Zeit  kontinuierlich zur Verfügung.

Im Zuge der Covid-19-Pandemie und der damit verbundenen Einschränkungen hat die Nutzung von digitalen Angeboten erheblich zugenommen. Heute bieten viele Kliniken, Gesundheitsplattformen und Apps eine Vielzahl von Online-Ressourcen, die speziell auf die Bedürfnisse von Krebspatient:innen zugeschnitten sind.

Welche digitalen Angebote gibt es für Krebspatient:innen?

Die Digitalisierung ermöglicht es Krebspatient:innen, mit einem Smartphone oder Tablet jederzeit und von überall auf therapeutische und medizinische Angebote zuzugreifen. Zu den wichtigsten Angeboten gehören:

Apps für Krebspatient:innen 

Es gibt zahlreiche Apps, die speziell entwickelt wurden, um Krebspatient:innen während ihrer Behandlung zu unterstützen. Diese Apps bieten Funktionen wie:

  • Symptom Tracking: Patient:innen  können ihre Symptome und deren Entwicklung über eine Zeit lang verfolgen. Dies hilft, den Verlauf der Krankheit zu beobachten und  auch  Ärzt:innen im Rahmen  der Behandlung wertvolle Informationen zu liefern.

  • Übungen zur Reduzierung von Belastungen: Viele Apps bieten geführte Meditationen und Achtsamkeitsübungen, die helfen, Stress, Ängste, depressive Symptome, Panikattacken und andere krankheitsbezogene Belastungen zu reduzieren. Achtsamkeit kann helfen, emotionale Stabilität zu erlangen und die Lebensqualität zu stärken.

  • Ernährungsberatung: Einige Apps bieten spezifische Informationen  zur Ernährung bei Krebs, die ihnen helfen, Wohlbefinden und das Immunsystem zu stärken und den Genesungsprozess zu unterstützen.

  • Virtuelle psychoonkologische Beratung: Digitale Angebote ermöglichen es Patient:innen, mit Psychoonkolog:innen zu sprechen, ohne die Praxis aufsuchen zu müssen. Dies ist besonders vorteilhaft für Patient:innen in ländlichen Gebieten oder, wenn eine längere  Anreise notwendig wäre. 

Online-Therapien und Selbsthilfeprogramme

Diese Programme beinhalten oft strukturierte psychologische Unterstützung, die Patient:innen dabei hilft, mit emotionalen Belastungen der Erkrankung umzugehen.

Einige Programme bieten beispielsweise:

  • Kognitive Verhaltenstherapie (KVT): Eine Therapieform, die Patient:innen  dabei hilft, belastende Gedanken zu identifizieren und zu ändern. Viele digitale Angebote bieten diese Therapieformen in einem Online-Format an.

  • Gruppentherapie: Virtuelle Selbsthilfegruppen bieten Krebspatient:innen die Möglichkeit, sich mit anderen Betroffenen auszutauschen und sich dadurch weniger isoliert oder allein mit ihrer Krankheitserfahrung zu fühlen.

  • Online-Beratung durch Spezialist:innen: Einige digitale Plattformen bieten die Möglichkeit, sich online mit Fachkräften wie Psycholog:innen, Ernährungsberater:innen oder Physiotherapeut:innen zu beraten.

Digitale Plattformen zur Unterstützung der Patient:innen 

Es gibt auch Plattformen, die Krebspatient:innen eine breite Palette von Informations- und Unterstützungsdiensten bieten. Diese Plattformen beinhalten oft:

  • Informationsseiten zu verschiedenen Krebsarten, aktuellen Behandlungsmöglichkeiten und neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen.

  • Beratung und Unterstützung, da sie direkten Zugang zu spezialisierten Beratern bieten, die die Patient:innen durch den gesamten Behandlungsprozess begleiten.

Vorteile der digitalen Unterstützung für Krebspatient:innen

Ob durch Apps, Online-Therapien oder digitale Plattformen – diese verschiedenen Angebote bieten Krebspatient:innen maßgeschneiderte Hilfe, die ihre Lebensqualität während der Behandlung unterstützt. Besonders wichtige Aspekte sind: 

Zugang zu Unterstützung rund um die Uhr

Die digitale Unterstützung ist immer verfügbar, was viele Patient:innen besonders während der Behandlungsphasen als sehr wertvoll erleben. Sie können damit jederzeit auf hilfreiche Informationen und Unterstützung zugreifen, auch außerhalb der regulären Sprechzeiten von Therapeut:innen und Beratungsstellen.

Individuelle Anpassung

Viele digitale Tools bieten die Möglichkeit, die Nutzung auf individuelle Bedürfnisse anzupassen – sei es durch personalisierte Ernährungspläne, maßgeschneiderte Achtsamkeitsübungen, individuelle Therapieansätze oder digitale Angebote.

Förderung der Eigenverantwortung

Digitale Angebote fördern die Autonomie der Patient:innen. Sie lernen, ihre eigenen Symptome zu verfolgen, ihre Behandlung zu organisieren und Entscheidungen über ihre Gesundheit aktiv zu treffen. Dies stärkt das Gefühl der Selbstwirksamkeit und hilft, Ängste zu verringern.

Erleichterung des Zugangs zu Expert:innen

Die digitale Unterstützung ermöglicht es Patient:innen, mit spezialisierten Ärzten und Therapeuten in Kontakt zu treten, ohne weite Anreisen auf sich nehmen zu müssen. Dies ist besonders wichtig für Patient:innen, die in ländlichen Gebieten leben oder deren gesundheitliches Befinden eine Reise zu einem:r Expert:in erschwert.

Digitale Unterstützung ist eine wertvolle Möglichkeit für Krebspatient:innen, um die emotionalen und körperlichen Herausforderungen der Krankheit zu meistern. Angesichts der zunehmenden Bedeutung von Digitalisierung ist es sinnvoll, dass Patient:innen sich mit diesen Angeboten vertraut machen, um die Vorteile dieser Tools nutzen zu können.

Tipps zur Nutzung von E-Health Angeboten 

Wie bei allen psychoonkologischen Angeboten ist es auch bei digitalen Tools wichtig, sie erst einmal kennenzulernen und auszuprobieren, um herauszufinden, ob und wie sie für einen selbst hilfreich sind und Wohlbefinden stärken können. Viele Nutzer:innen finden nach einiger Zeit für sich heraus, wann, wo und wie intensiv sie die Angebote am besten für sich nutzen.Bei digitalen Gesprächen wie Online-Beratung und Psychotherapie ist es wichtig, dass die eigene Umgebung während des Gesprächs geschützt und möglichst ungestört ist.

Dieser Artikel wurde mit größter Sorgfalt und unter Einbeziehung von Expert:innen erstellt. Er kann einen Überblick bieten, ist jedoch nicht geeignet, die Beratung durch einen Arzt oder eine Ärztin zu ersetzen.

Autor
Autorin
Prüfer
Prüferin

Gudrun Bruns

Diplom-Sozialpädagogin und Psychoonkologin mit über 30 Jahren Erfahrung in der Leitung der Krebsberatung im Münsterland www.krebsberatung-muenster.de.

Mehr erfahren
Quellen:
  • S3-Leitlinie Psychoonkologie: Der wissenschaftliche Konsens zur psychoonkologischen Versorgung und digitalen Unterstützung – Fundstelle: AWMF-Leitlinienregister / Leitlinienprogramm Onkologie, https://www.leitlinienprogramm-onkologie.de/patientenleitlinien/psychoonkologie .
  • Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ) – Krebsinformationsdienst: Zentrale Instanz, die r über viele medizinische und psychosoziale Themen und Unterstützungsmöglichkeiten informiert und auch über digitale Angebote und deren Nutzen – Fundstelle: https://www.krebsinformationsdienst.de/aktuelles/detail/checkliste-fuer-gesundheits-apps 
  • NAKOS (Nationale Kontakt- und Informationsstelle): Informiert über Online-Selbsthilfegruppen.
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