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Krebs und Appetitlosigkeit

Was hilft, wenn das Essen schwerfällt? Welche Strategien und Lebensmittel können helfen, den Körper optimal zu versorgen?

24.10.2025
Expertenbeitrag

Appetitlosigkeit ist eine häufige Begleiterscheinung und zugleich eine der größten Herausforderungen für viele Krebspatient:innen. Durch gezielte Ernährungsstrategien lässt sich dennoch eine ausreichende Nährstoffversorgung sicherstellen. Schon kleine Anpassungen im Essverhalten können helfen, das Wohlbefinden zu verbessern und Kraft für die Therapie zu sammeln.

Warum tritt Appetitlosigkeit bei Krebs auf?

Appetitlosigkeit kann viele Ursachen haben. Sie tritt häufig als Folge der Erkrankung selbst oder als Nebenwirkung der Behandlung auf. zu den häufigsten Gründen gehören: 

Eine länger anhaltende Appetitlosigkeit kann zu Mangelernährung, Gewichtsverlust, Muskelabbau (Kachexie) und allgemeiner Schwäche führen, was sich negativ auf die Therapie und das Wohlbefinden auswirken kann.

Deshalb ist es entscheidend, bei nachlassendem Appetit frühzeitig ärztliche oder ernährungsmedizinische Unterstützung in Anspruch zu nehmen.

Auch die psychische Gesundheit spielt eine große Rolle: Psychologische oder psychoonkologische Begleitung kann helfen, mit Stress und Ängsten besser umzugehen – und so indirekt auch den Appetit und das Essverhalten zu verbessern.

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Praktische Tipps zur Steigerung des Appetits im Alltag

Erhöhung der Freude am Essen

Regelmäßig kleine Mahlzeiten essen

Statt drei großer Mahlzeiten sind fünf bis sechs kleinere Mahlzeiten über den Tag verteilt oft leichter zu bewältigen. So bleibt die Energiezufuhr konstant, ohne den Körper zu überfordern.

Nahrhafte Snacks bereithalten

Energiedichte Lebensmittel wie Nüsse, Trockenfrüchte oder Joghurt lassen sich leicht zwischendurch essen und liefern wertvolle Nährstoffe und Kalorien.

Aromatische und optisch ansprechende Speisen bevorzugen

Frische Kräuter, buntes Gemüse und geschmacksintensive Zutaten wie Zitrone, Ingwer oder Gewürze können die Speisen attraktiver machen und die Lust aufs Essen steigern.

Getränke nicht direkt vor dem Essen konsumieren

Trinke lieber zwischen den Mahlzeiten – zu viel Flüssigkeit kann das Sättigungsgefühl verstärken und den Appetit weiter verringern.

Bewegung fördert den Hunger

Ein kleiner Spaziergang oder sanfte Bewegung vor dem Essen kann den Appetit anregen und gleichzeitig das Wohlbefinden verbessern.

Individuelle Vorlieben berücksichtigen

Der Geschmack kann sich während einer Krebstherapie verändern, was früher geschmeckt hat, ist heute vielleicht nicht mehr angenehm. Es lohnt sich, neue Speisen und Zubereitungsarten auszuprobieren – und das Essen als Experiment mit Genuss zu sehen.

Ganz wichtig: Beim Thema Appetitlosigkeit (oder Ernährung) während einer Krebserkrankung muss niemand allein bleiben. Ernährungsberatungen oder professionelle, app-basierte Unterstützungsangebote können helfen, individuelle Bedürfnisse zu erkennen, geeignete Strategien gegen Appetitlosigkeit zu entwickeln und diese gezielt in den Alltag zu integrieren.

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Welche Lebensmittel sind besonders geeignet?

  • Hochkalorische und proteinreiche Lebensmittel: Avocados, Eier, Fisch, Hüttenkäse;
  • Quark und andere Milchprodukte liefern viel Eiweiß und Energie. Sie unterstützen den Erhalt der Muskelmasse und helfen, Gewichtsverlust vorzubeugen.
  • Gesunde Fette: Olivenöl, Nüsse, Samen und Kerne liefern wertvolle ungesättigte Fettsäuren, die zusätzlich entzündungshemmend wirken können.
  • Leicht verdauliche Speisen: Suppen, gedünstetes Gemüse und weiche Lebensmittel sind besonders bekömmlich und schonend für den Verdauungstrakt.
  • Flüssige und angereicherte Mahlzeiten: Wenn das Kauen oder Schlucken schwerfällt, können Smoothies, angereicherte Milchshakes oder medizinische hochkalorische Trinknahrungen eine gute Alternative sein. Sie liefern konzentriert Energie, Eiweiß, Vitamine und Mineralstoffe und sind leicht zu konsumieren.

Wann ist ärztliche Unterstützung erforderlich?

Wenn der Gewichtsverlust drastisch ist oder über eine längere Zeit keine ausreichende Nahrungsaufnahme möglich ist, sollte dringend ein:e Ärzt:in oder Ernährungsberater:in konsultiert werden. In manchen Fällen kann eine enterale oder parenterale Ernährung notwendig sein.

Zusätzlich ist es sinnvoll, frühzeitig psychologische Unterstützung in Betracht zu ziehen, denn unterstützende Gespräche können helfen, Ängste und Stress zu reduzieren, die innere Stabilität zu stärken und damit indirekt auch den Appetit zu fördern.

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Dieser Artikel wurde mit größter Sorgfalt und unter Einbeziehung von Expert:innen erstellt. Er kann einen Überblick bieten, ist jedoch nicht geeignet, die Beratung durch einen Arzt oder eine Ärztin zu ersetzen.

Autor
Autorin
Prüfer
Prüferin

Dorota Lazarski

Ökotrophologin (B. Sc., M. A. E-Health) und zertifizierte Ernährungsberaterin (VDOE, E-Zert). Sie verfügt über langjährige Erfahrung in Prävention und Ernährungstherapie, begleitet Patient:innen während und nach einer Krebserkrankung und erstellt qualitätsgesicherte Inhalte für digitale Gesundheitsformate.

Mehr erfahren
Quellen:
  • S3-Leitlinie „Ernährung und Ernährungsmedizin in der Onkologie“ (DGEM, DKG, DGHO), DKFZ Krebsinformationsdienst.
  • DKFZ Krebsinformationsdienst (Themenseite Appetitlosigkeit), Klinische Ernährungsleitfäden (z. B. Unikliniken).
  • S3-Leitlinie „Ernährung und Ernährungsmedizin in der Onkologie“ (Kapitel Bewegung), Deutsche Krebshilfe.
  • S3-Leitlinie Psychoonkologie, S3-Leitlinie Supportive Maßnahmen in der Onkologie.
  • Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ) – Krebsinformationsdienst: (Themenseiten zur Appetitlosigkeit und Mangelernährung).
  • S3-Leitlinie Psychoonkologie: (Bestätigt die Rolle psychosozialer Faktoren und Unterstützung) – Fundstelle: AWMF-Leitlinienregister.
  • S3-Leitlinie „Ernährung und Ernährungsmedizin in der Onkologie“: (Federführend: DGEM, DKG, DGHO) – Fundstelle: AWMF-Leitlinienregister / Leitlinienprogramm Onkologie.
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