
Bewegung bei Krebs hat viele Vorteile – sie stärkt dein Immunsystem, reduziert Nebenwirkungen der Therapien und unterstützt deine seelische Gesundheit.
Immer wähle die körperliche Aktivität aus, die Dir Freude bereitet und für Dich individuell geeignet ist. Das Tolle an Bewegung ist, dass Du ein wirklich großes Repertoire an Aktivitäten zur Verfügung hast. Von großer Bedeutung ist, dass du dich regelmäßig bewegst, am besten täglich. Jeder Schritt zählt!
Schau Dir unsere Vorschläge etwas näher an!
Für viele Menschen sind Spaziergänge eine ideale leichte Übung. Der große Vorteil ist die permanente Verfügbarkeit. Nehmen wir an, Du musst an einem anstrengenden Tag einfach "den Kopf lüften". Dann genügt es schon, eine "kleine Runde" von ca. 30 Minuten zu drehen, um positive Effekte für Körper und Seele zu erreichen. Stress und Angstgefühle können dadurch vermindert und das Einschlafen erleichtert werden.
Schon kurze Runden regen den Kreislauf und Stoffwechsel an, fördern die Blutzirkulation und helfen, den Kopf frei zu bekommen.
Spaziergänge können auch eine "soziale Komponente" haben: Du begegnest anderen Menschen. Verabrede Dich an der frischen Luft mit einer Person, mit der Du gerne die Zeit verbringst: Gemeinsam statt einsam! Zu zweit fällt es oft leichter und die Zeit vergeht wie im Flug.
Diese Form der Bewegung ist in den letzten Jahren immer beliebter geworden. Kaum bekannt ist, dass Nordic Walking eine lange Tradition hat. Denn bereits vor rund 100 Jahren war es eine Form des ganzjährigen Trainings für Skilangläufer in Skandinavien. Später stellte man fest, dass es sich um eine großartige körperliche Betätigung handelt - nicht nur für Profisportler.
Durch den Stockeinsatz werden Arme, Schultern, Rumpf, Hüfte und Beine aktiviert. Studien belegen, dass Nordic Walking die Beweglichkeit und Schulterfunktion bei Brustkrebspatientinnen deutlich mindert und Fatigue lindert.
Yoga vereint bewusste Entspannung in Verbindung mit Achtsamkeit, Atem und bezieht Gedanken und Gefühle mit ein. Zudem ist Yoga inzwischen auch in internationalen onkologischen Leitlinien als unterstützende Therapie empfohlen.
Sie wirkt sich positiv auf die Flexibilität, die Beweglichkeit und die Kraft des Körpers aus, wobei die körperlichen Grenzen beachtet und berücksichtigt werden.
Wir werden uns bei Yoga mit zunehmender Erfahrung unseres eigenen Körpers und seiner Fähigkeiten immer bewusster. Wir verbessern auch die Kontrolle über unsere eigene Atmung - der kontrollierte Atemrhythmus stellt die Grundlage vieler Entspannungstechniken dar.
Fahren auf zwei Rädern ist eine der am weitesten verbreiteten körperlichen Aktivitäten. Wie beim Spazierengehen liegt ein großer Vorteil dieser Art der Bewegung in ihrer Verfügbarkeit. Du kannst mit dem Fahrrad zur Arbeit und zum Einkaufen fahren, eine längere Strecke planen und dabei auch eine kürzere Strecke zu Fuß zurücklegen.
In den großen Städten wird die Infrastruktur für Radfahrer immer besser, und auf dem Land haben wir wunderbare Möglichkeiten, die Natur mit dem Fahrrad zu erkunden. Radfahren ist gelenkschonend, fördert deine Ausdauer und trainiert deine Beinmuskulatur. Falls du ein Ergometer zu Hause hast, kannst du es unkompliziert zu jeder Tages- und Wettersituation in deinen Alltag integrieren und deine Genesung aktiv unterstützen.
Die Verbindung aus Musik und Bewegung ist eine sehr wirkungsvolle Aktivität, um das Stressniveau zu senken. Zudem kann Tanzen, laut Studien, natürliche Killerzellen (NK-Zellen) aktivieren, die eine Rolle in der Immunabwehr spielen.
Wähle Deine Musik, Deinen Rhythmus, mit dem Fokus auf Freude statt Leistung.
Passe Dein Bewegungsprogramm an Deine aktuelle Tagesform und deine Bedürfnisse an. Halte dabei immer Rücksprache mit Deinem behandelnden Arzt und Physiotherapeuten, denn bei einigen Sportarten, wie z. B. Schwimmen, ist es ratsam, abzuklären, wann Du mit diesen Aktivitäten beginnen kannst. Habe keine Scheu davor, diese Fragen zu stellen - es sind berechtigte Fragen und Deine Eigeninitiative ist großartig!
Bewegung verbessert sowohl Deine körperliche als auch mentale Verfassung. Du tust etwas Gutes für Dich. Es mag manchmal schwer sein, vom Sofa oder Sessel aufzustehen, aber sobald du es tust, trägst Du aktiv zu Deiner Gesundheit bei.
Nichts erzwingen, fühle in Dich hinein, was Dir gut tut! Jeder noch so kleine Impuls zählt, denn er geht in die richtige Richtung. Schritt für Schritt.
Dieser Artikel wurde mit größter Sorgfalt und unter Einbeziehung von Expert:innen erstellt. Er kann einen Überblick bieten, ist jedoch nicht geeignet, die Beratung durch einen Arzt oder eine Ärztin zu ersetzen.
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Theresa Wiebe
Staatlich geprüfte Physiotherapeutin und ausgebiltete Sport-Atem-Physiotherapeutin mit 25-jähriger Berufserfahrung. Gründerin einer Outdoor-Onko-Gruppe mit bebesonderem Schwerpunkt auf der Verbesserung der Lebensqualität von Krebsbetroffenen und deren Angehörigen. Autorin und Host des Podcasts „Wendepunkt Leben“.
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