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Hautkrebs: weißer Hautkrebs und schwarzer Hautkrebs (malignes Melanom)

Weißer Hautkrebs vs. Schwarzer Hautkrebs

Was ist der Unterschied zwischen weißem und schwarzem Hautkrebs? Symptome, Risiken, Vorsorge.

21.1.2026
Expertenbeitrag

Hautkrebs gehört zu den häufigsten Krebsarten in Deutschland. Jährlich erhalten rund 270.000 Menschen die Diagnose Hautkrebs – darunter etwa 240.000 Fälle von weißem Hautkrebs (“heller” Hautkrebs) und etwa 30.000 Fälle von schwarzem Hautkrebs (malignes Melanom). Aber was genau unterscheidet diese beiden Formen? Welche Form von Hautkrebs ist gefährlicher? Wie kann man sich gut schützen? Was kann Vorsorge leisten?

Hautkrebs entsteht, wenn sich Zellen in der Haut bösartig verändern und unkontrolliert wachsen. Die Zellen wachsen zunächst in den oberen Hautschichten, können aber ggf. auch in tiefere Hautschichten eindringen. Wenn die Hautkrebszellen in den tieferen Hautschichten in die Blutbahn oder das Lymphsystem gelangen, können sie zu Metastasen in anderen Organen führen.

Was ist weißer Hautkrebs?

Weißer Hautkrebs, auch als heller Hautkrebs bezeichnet, umfasst vor allem zwei Formen:

  • Basalzellkarzinom (Basaliom) – die häufigste Form mit etwa 200.000 Neuerkrankungen pro Jahr in Deutschland. 
  • Plattenepithelkarzinom (Spinaliom) – etwa 40.000 Neuerkrankungen jährlich.

Welche Symptome können auf weißem Hautkrebs hinweisen?

  • rote Flecken oder Krusten, die nicht abheilen, 
  • Hautveränderungen, die neu auftreten oder sich verändern, 
  • Blutungen ohne äußere Verletzung, 
  • „Pickel“, die nicht verschwinden, 
  • juckende, raue oder glänzende Stellen, 
  • Hautverhärtungen, kleine Knötchen, narbenartige Areale.

Vorstufen des weißen Hautkrebses, sogenannte aktinische Keratosen, treten als raue, schuppige Stellen auf und fühlen sich an wie Sandpapier.

Ist weißer Hautkrebs gefährlich?

Weißer Hautkrebs ist eine Tumorerkrankung und damit eine bösartige Erkrankung, wächst aber meist langsam, dringt seltener in tiefere Hautschichten ein und lässt sich – bei rechtzeitiger Diagnosestellung – gut behandeln. Wichtig ist auch, aktinische Keratosen (die Vorstufen des weißen Hautkrebses) früh zu erkennen und zu behandeln.

Was ist schwarzer Hautkrebs?

Schwarzer Hautkrebs, das maligne Melanom, entsteht in den pigmentproduzierenden Zellen der Haut, den Melanozyten. Der schwarze Hautkrebs ist seltener als der weiße Hautkrebs und hat folgende Eigenschaften: schnelles und aggressives Wachstum sowie eine größere Tendenz zur Absiedelung (Bildung von Metastasen).

Welche Symptome können auf schwarzen Hautkrebs hinweisen?

  • meist dunkler oder schwarze Flecken auf der Haut, 
  • bösartige Muttermale mit unregelmäßigen Rändern / Muttermale, die anders aussehen oder sich verändern, 
  • Juckreiz, Nässen oder Krustenbildung, 
  • Blutungen oder Druckempfindlichkeit von Hautarealen, 
  • rasche Veränderung eines bekannten Leberflecks.

Da der schwarze Hautkrebs auch in Körperbereichen auftreten kann, die nicht der Sonneneinstrahlung ausgesetzt sind, z. B. zwischen den Zehen oder im Genitalbereich, sollte auf Symptome am ganzen Körper geachtet werden.

Ist schwarzer Hautkrebs gefährlich?

Schwarzer Hautkrebs ist eine sehr ernstznehmende Tumorerkrankung, da die Tumoren schnell wachsen, absiedeln und somit eine hohe Tendenz haben, Metastasen in anderen Organen zu bilden. Durch die Entwicklung neuer Therapie (Immuntherapien, zielgerichtete Therapien) hat sich die Prognose bei schwarzem Hautkrebs in den letzten Jahren verbessert.

Unterschiede zwischen weißem und schwarzem Hautkrebs 

Häufigkeit

  • Weißer Hautkrebs: sehr häufig (ca. 240.000/Jahr)
  • Schwarzer Hautkrebs: seltener (ca. 30.000/Jahr)

Entstehung

  • Weißer Hautkrebs: meist durch UV-Strahlung
  • Schwarzer Hautkrebs: UV-Strahlung + genetische Faktoren

Wachstum

  • Weißer Hautkrebs: meist langsam
  • Schwarzer Hautkrebs: oft schnell

Risiko Metastasen zu bilden

  • Weißer Hautkrebs: gering
  • Schwarzer Hautkrebs: hoch

Behandlung

  • Weißer Hautkrebs: meist lokal
  • Schwarzer Hautkrebs: oft systemisch (Chemo- zielgerichtete und/oder Immuntherapie)

Risikofaktoren für Hautkrebs – Worauf sollte man achten?

Die größten Risikofaktoren:

  • UV-Strahlung (intensive Sonnenbäder, Solarium, häufiger Sonnenbrand im Kindesalter),
  • Helle Hauttypen (Hauttyp I und II),
  • Berufliche Exposition (Bauarbeiter, Landwirte),
  • Genetische Veranlagung – Hautkrebs in der Familie,
  • Anzahl und Art von Muttermalen (insbesondere atypische Nävi),
  • Immunschwäche (z. B. nach Organtransplantationen).

Hautkrebs-Früherkennung – Vorsorge und Selbstuntersuchung

Hautkrebs-Screening ab 35

In Deutschland übernehmen gesetzliche Krankenkassen für Versicherte ab 35 Jahren alle zwei Jahre ein Hautkrebs-Screening. Dabei wird die gesamte Haut (inklusive Kopfhaut) nach auffälligen Veränderungen abgesucht.

Tipp: Jüngere Menschen mit erhöhtem Risiko (viele Muttermale, Familienanamnese) sollten regelmäßige Kontrollen wahrnehmen.

Selbstuntersuchung – Die ABCDE-Regel

Ergänzend zur ärztlichen Kontrolle empfiehlt sich die regelmäßige Selbstuntersuchung mithilfe der ABCDE-Regel:

  • Asymmetrie: ungleichmäßige Form  
  • Begrenzung: unscharfe, unregelmäßige Ränder
  • Color: verschiedene Farben innerhalb eines Flecks
  • Durchmesser: größer als 5 mm
  • Erhabenheit: erhabene oder sich verändernde Oberfläche

Hautkrebs in Zahlen – aktuelle Statistiken und Trends für Deutschland

  • 2000 – Weißer Hautkrebs: ca. 160.000 | Schwarzer Hautkrebs: ca. 20.000
  • 2010 – Weißer Hautkrebs: ca. 200.000 | Schwarzer Hautkrebs: ca. 25.000
  • 2020 – Weißer Hautkrebs: ca. 240.000 | Schwarzer Hautkrebs: ca. 30.000

Die Zahl der Neuerkrankungen nimmt stetig zu, da Menschen älter werden und die UV-Belastung in den letzten Jahrzehnten zugenommen hat.

Prävention – sich vor Hautkrebs schützen

  • Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor (LSF 30 oder höher) verwenden,
  • Mittagssonne meiden (11-15 Uhr),
  • schützende Kleidung tragen,
  • regelmäßige Hautkontrollen durchführen,
  • Verzicht auf Solarium.

Ob weißer oder schwarzer Hautkrebs – Früherkennung ist der Schlüssel für eine gute Prognose. Nutze die angebotenen Vorsorgeuntersuchungen, beobachte Deine Haut regelmäßig selbst und schütze Dich aktiv vor übermäßiger UV-Strahlung.

Dieser Artikel wurde mit größter Sorgfalt und unter Einbeziehung von Expert:innen erstellt. Er kann einen Überblick bieten, ist jedoch nicht geeignet, die Beratung durch einen Arzt oder eine Ärztin zu ersetzen.

Autor
Autorin
Prüfer
Prüferin

Lea-Catharina Baar

Approbierte Ärztin in der Weiterbildung zur Ärztin für Dermatologie und Venerologie am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Kiel.

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Quellen:
  • S3-Leitlinien Hautkrebs (Malignes Melanom, Basalzellkarzinom, Plattenepithelkarzinom): Medizinischer Goldstandard für Diagnostik und Therapie in Deutschland – Fundstelle: AWMF-Leitlinienregister / Leitlinienprogramm Onkologie. 
  • Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ) – Krebsinformationsdienst: Zentrale Instanz zur Patientenaufklärung und Statistik.
  • Robert Koch-Institut (RKI) – Zentrum für Krebsregisterdaten: Liefert die offiziellen Daten zur Häufigkeit und Inzidenz.
  • Deutsche Krebshilfe: Herausgeber von Patientenratgebern zur Früherkennung und Prävention.
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