Erfahre, wie Strahlen- und Chemotherapie in Deinem Körper wirken und mit welchen praktischen Maßnahmen – von der richtigen Hautpflege bis zur psychoonkologischen Unterstützung – Du die Belastungen aktiv lindern kannst!
Strahlen- und Chemotherapie werden bei vielen Krebserkrankungen wie Brustkrebs, Lungenkrebs, Darmkrebs etc. angewendet. Zu diesen etablierten Therapien-Verfahren liegen viele Erfahrungswerte vor, so dass Patientinnen gut aufgeklärt werden können – sowohl bezüglich der Wirkungen als auch der Nebenwirkungen.
Strahlentherapie
Im Rahmen einer Strahlentherapie werden hochenergetische Strahlen eingesetzt, um Krebszellen zu zerstören und ihr Wachstum zu hemmen. Dabei wird ausgenutzt, dass sich gesunde Zellen besser „reparieren“ können als Krebszellen.
Je nach Art, Größe und Lage des Tumors kommen verschiedene Bestrahlungsmethoden zum Einsatz. Es wird unterschieden:
• Die Bestrahlung erfolgt von außen durch die Haut (perkutane Therapie); das Bestrahlungsfeld wird über mehrere Wochen von außen bestrahlt.
• Die Strahlenquelle wird direkt ins Gewebe/ möglichst nah an den Tumor gebracht; es erfolgt eine Bestrahlung von innen (Brachytherapie).
Nebenwirkungen:
• Insbesondere bei der Zufuhr von außen kann es zu Reizungen der Haut kommen: von leichten Rötungen bis hin zu Blasenbildung in seltenen Fällen
• Erschöpfung
Sowohl vor Beginn der Bestrahlung als auch während der Therapie sollte besonders auf eine gute Hautpflege geachtet werden: milde Reinigungsmittel ohne Duftstoffe, leicht kühlende Pflegeprodukte mit feuchtigkeitsspendenden Komponenten und essentiellen Fetten sind empfehlenswert.
Ängste und Sorgen auffangen: Wer hilft mir, mit psychischen Belastungen umzugehen?
Angst vor der Bestrahlung? Sprich darüber! Viele Patientinnen und Patienten sehen der Strahlentherapie zunächst mit Sorge entgegen: die großen Geräte, unter denen man sich während der Bestrahlung nicht bewegen darf, die nicht zu sehende Strahlung, die Angst vor Nebenwirkungen – all das kann verunsichern.
Befragungen haben gezeigt, dass bei den meisten Patientinnen die Angst im Verlauf der Behandlung nachlässt – oft schon nach der ersten Bestrahlungssitzung. Die Studien belegen außerdem: Je besser Patientinnen aufgeklärt und begleitet sind, desto schneller können sie sich auf die Therapie einlassen.
Experten raten daher:
In fast allen Kliniken gibt es die Möglichkeit, sich psychoonkologisch beraten zu lassen. Anlaufstellen können außerdem regionale Krebsberatungsstellen, niedergelassene Psychoonkologinnen und Psychoonkologen oder telemedizinische Konsultationen sein.
Chemotherapie
Bei einer Chemotherapie erhalten Patientinnen bestimmte Medikamente, sogenannte Zytostatika. Sie schädigen die Tumorzellen so, dass sie sich nicht mehr teilen können. Zytostatika werden meist in Form einer Infusion gegeben, verteilen sich im ganzen Körper und wirken überall auf Tumorzellen, aber auch auf gesunde Zellen.
Zytostatika wirken am besten auf Zellen, die sich schnell teilen. Krebszellen teilen sich besonders schnell, so dass Zytostatika hier sehr wirksam sind. Aber auch gesundes Gewebe wie die Haut, die Schleimhäute, die Haare und das Blut wachsen schnell, so dass die Zytostatika hier ebenfalls eingreifen und folgende Nebenwirkungen auslösen.
Nebenwirkungen:
Das hilft dagegen:
Dieser Artikel wurde mit größter Sorgfalt und unter Einbeziehung von Expert:innen erstellt. Er kann einen Überblick bieten, ist jedoch nicht geeignet, die Beratung durch einen Arzt oder eine Ärztin zu ersetzen.

Dr. Nina Bock
Chefärztin der Gynäkologie der AMEOS Reha Klinik Ratzeburg und Leiterin des zertifizierten Endometriosezentrums.
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