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Nebenwirkungen von Strahlentherapie und Chemotherapie

Erfahre, wie Strahlen- und Chemotherapie in Deinem Körper wirken und mit welchen praktischen Maßnahmen – von der richtigen Hautpflege bis zur psychoonkologischen Unterstützung – Du die Belastungen aktiv lindern kannst!

21.1.2026
Expertenbeitrag

Strahlen- und Chemotherapie werden bei vielen Krebserkrankungen wie Brustkrebs, Lungenkrebs, Darmkrebs etc. angewendet. Zu diesen etablierten Therapien-Verfahren liegen viele Erfahrungswerte vor, so dass Patientinnen gut aufgeklärt werden können – sowohl bezüglich der Wirkungen als auch der Nebenwirkungen.

Strahlentherapie

Im Rahmen einer Strahlentherapie werden hochenergetische Strahlen eingesetzt, um Krebszellen zu zerstören und ihr Wachstum zu hemmen. Dabei wird ausgenutzt, dass sich gesunde Zellen besser „reparieren“ können als Krebszellen.

Je nach Art, Größe und Lage des Tumors kommen verschiedene Bestrahlungsmethoden zum Einsatz. Es wird unterschieden:

•       Die Bestrahlung erfolgt von außen durch die Haut (perkutane Therapie); das Bestrahlungsfeld wird über mehrere Wochen von außen bestrahlt.

•       Die Strahlenquelle wird direkt ins Gewebe/ möglichst nah an den Tumor gebracht; es erfolgt eine Bestrahlung von innen (Brachytherapie).

Nebenwirkungen:

•       Insbesondere bei der Zufuhr von außen kann es zu Reizungen der Haut kommen: von leichten Rötungen bis hin zu Blasenbildung in seltenen Fällen

•       Erschöpfung

Sowohl vor Beginn der Bestrahlung als auch während der Therapie sollte besonders auf eine gute Hautpflege geachtet werden: milde Reinigungsmittel ohne Duftstoffe, leicht kühlende Pflegeprodukte mit feuchtigkeitsspendenden Komponenten und essentiellen Fetten sind empfehlenswert.

Ängste und Sorgen auffangen: Wer hilft mir, mit psychischen Belastungen umzugehen?

Angst vor der Bestrahlung? Sprich darüber! Viele Patientinnen und Patienten sehen der Strahlentherapie zunächst mit Sorge entgegen: die großen Geräte, unter denen man sich während der Bestrahlung nicht bewegen darf, die nicht zu sehende Strahlung, die Angst vor Nebenwirkungen – all das kann verunsichern.

Befragungen haben gezeigt, dass bei den meisten Patientinnen die Angst im Verlauf der Behandlung nachlässt – oft schon nach der ersten Bestrahlungssitzung. Die Studien belegen außerdem: Je besser Patientinnen aufgeklärt und begleitet sind, desto schneller können sie sich auf die Therapie einlassen.

Experten raten daher: 

  • Informiere Dich durch Deine Ärztinnen und Ärzten genau über die anstehende Bestrahlung: Wie läuft die Behandlung ab? Welche Technik wird verwendet? Welche Risiken gibt es? 
  • Sprich offen über Deine Ängste und Befürchtungen! 
  • Nimm psychologische Begleitung in Anspruch, wenn die Angst zu groß wird!

In fast allen Kliniken gibt es die Möglichkeit, sich psychoonkologisch beraten zu lassen. Anlaufstellen können außerdem regionale Krebsberatungsstellen, niedergelassene Psychoonkologinnen und Psychoonkologen oder telemedizinische Konsultationen sein.

Chemotherapie

Bei einer Chemotherapie erhalten Patientinnen bestimmte Medikamente, sogenannte Zytostatika. Sie schädigen die Tumorzellen so, dass sie sich nicht mehr teilen können. Zytostatika werden meist in Form einer Infusion gegeben, verteilen sich im ganzen Körper und wirken überall auf Tumorzellen, aber auch auf gesunde Zellen.

Zytostatika wirken am besten auf Zellen, die sich schnell teilen. Krebszellen teilen sich besonders schnell, so dass Zytostatika hier sehr wirksam sind. Aber auch gesundes Gewebe wie die Haut, die Schleimhäute, die Haare und das Blut wachsen schnell, so dass die Zytostatika hier ebenfalls eingreifen und folgende Nebenwirkungen auslösen.

Nebenwirkungen: 

  • Hautveränderungen: Durch eine Chemotherapie kann es zu Rötung, Trockenheit und Schuppung der Haut kommen. Auch Juckreiz, Verfärbungen oder Hautausschläge sind möglich. Bei einigen Betroffenen werden die Nägel rissig oder brüchig und können sich sogar ganz ablösen. Die meisten Hautveränderungen bilden sich nach Ende der Therapie von alleine zurück. 
  • Schleimhautentzündungen: Manche Chemotherapien führen zu Schleimhautentzündungen. Insbesondere im Mund kann dies sehr unangenehm sein. 
  • Haarausfall: Einige Chemotherapien führen zu Haarausfall vor allem der Kopfhaare, aber auch Körperhaare, Augenbrauen und Wimpern können betroffen sein. 
  • Venenreizungen: Chemotherapien können die Wände der Blutgefäße schädigen und so zu einer Venenentzündung führen.

Das hilft dagegen: 

  • Haut pflegen: die beanspruchte Haut möglichst schonen und gut pflegen. Sprich mit Deinen Ärztinnen und Ärzten darüber, auf welche Produkte Du während der Chemotherapie besser verzichten solltest – und was Du selbst machen kannst, um Deiner Haut etwas Gutes zu tun! 
  • Mundhygiene: Regelmäßiges Zähneputzen mit einer weichen Zahnbürste oder einem Ultraschallgerät hilft, die Mundhygiene zu verbessern und Entzündungen im Mund vorzubeugen. 
  • Was tun bei Haarausfall? Wenn bei Dir Haarausfall wahrscheinlich ist, kannst Du als gesetzlich Versicherte schon vor Therapiebeginn ein Rezept für eine Perücke (Zweithaar) erhalten. Ob dies auch für Männer möglich ist, klär am besten vorab mit Deiner Krankenkasse! Nach Abschluss der Chemotherapie beginnen die Haare in der Regel wieder zu wachsen. 
  • Port: Um das Risiko für Venenreizungen zu vermindern, erhalten die meisten Krebspatientinnen vor einer Chemotherapie einen sogenannten Portkatheter – kurz „Port“.

Dieser Artikel wurde mit größter Sorgfalt und unter Einbeziehung von Expert:innen erstellt. Er kann einen Überblick bieten, ist jedoch nicht geeignet, die Beratung durch einen Arzt oder eine Ärztin zu ersetzen.

Autor
Autorin
Prüfer
Prüferin

Dr. Nina Bock

Chefärztin der Gynäkologie der AMEOS Reha Klinik Ratzeburg und Leiterin des zertifizierten Endometriosezentrums.

Mehr erfahren
Quellen:
  • S3-Leitlinie Supportive Therapie bei onkologischen PatientInnen: Umfassender Konsens zum Management aller genannten Nebenwirkungen – Fundstelle: AWMF-Leitlinienregister / Leitlinienprogramm Onkologie.
  • Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ) – Krebsinformationsdienst: Zentrale, laienverständliche Patienteninformation zu Wirkweisen und Nebenwirkungen.
  • S3-Leitlinie Psychoonkologie: Bestätigt die Notwendigkeit psychologischer Unterstützung bei Ängsten.
  • DEGRO (Deutsche Gesellschaft für Radioonkologie): Stellungnahmen zur Strahlentherapie.
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