Die Antihormontherapie bei Brustkrebs kann Beschwerden wie Hitzewallungen, Gelenkschmerzen oder Stimmungsschwankungen verursachen. Erfahre hier, wie Du diese therapiebedingten Herausforderungen aktiv bewältigen kannst!
Die Antihormontherapie bei Brustkrebs ist bei hormon-sensitiven Tumoren ein wichtiges Element, um das Rückfallrisiko zu vermindern. Durch die Senkung des Hormonspiegels bzw. Verhinderung der Hormonwirkung kann es zu Östrogenmangelerscheinungen wie Hitzewallungen, Gelenkschmerzen und Stimmungsschwankungen kommen. Erfahre hier, wie die Medikamente wirken und welche Strategien – von Bewegung bis zur psychoonkologischen Begleitung – Dir helfen, die Belastungen im Alltag zu bewältigen!
Das Wachstum von ca. zwei Dritteln aller bösartigen Brusttumoren ist abhängig von weiblichen Geschlechtshormonen. Um diesen Wachstumsreiz und damit das Rückfallrisiko zu senken, erhalten viele Brustkrebspatientinnen nach einer Operation über mind. 5 Jahre eine Antihormontherapie.
Diese Antihormontherapie führt zu Nebenwirkungen, die die Lebensqualität nicht nur durch die tägliche Medikamenteneinnahme, sondern auch durch Nebenwirkungen einschränken. Hier ist psychoonkologische Begleitung wichtig: Wie spreche ich die Nebenwirkungen bei der Ärztin/ bei dem Arzt an, wie gehe ich mit der täglichen „Erinnerung“ um? Finde Deinen Weg mit Hilfe professioneller Begleitung durch Psychoonkologinnen und Psychoonkologen!
Welche Medikamente werden zur Antihormontherapie eingesetzt und wie wirken sie?
Die Auswahl des Medikaments für die Antihormontherapie und die Anwendungsdauer hängen von verschiedenen Faktoren ab wie beispielsweise dem Menopausenstatus, Nebenwirkungen und dem Rückfallrisiko. Die Auswahl erfolgt individuell im gemeinsamen Gespräch zwischen Patientin und Ärztin/Arzt.
Zu den antihormonell wirkenden Substanzen zählen:
Das Ziel ist, das Wachstum der hormonabhängigen Brusttumore zu hemmen.
Nebenwirkungen einer Antihormontherapie
Durch den herbeigeführten Östrogenmangel kann die Antihormontherapie zu Beschwerden führen, die normalerweise in den Wechseljahren auftreten. Dazu zählen:
All diese möglichen Nebenwirkungen in Kombination mit der Einnahmedauer von 5 Jahren (gemäß Leitlinie) und ggf. mehr, stellen Herausforderungen für den Alltag von Brustkrebspatientinnen dar. Hier kann die psychoonkologische Begleitung helfen, den Alltag besser zu bewältigen.
Wichtig: Das Arzt/Ärztinnen-Patientinnen Gespräch suchen
Die Antihormontherapie sollte im Arzt/Ärztinnen-Patientinnen-Gespräch unter Berücksichtigung der medizinischen und persönlichen Situation festgelegt und überwacht werden. Hierbei sind zu berücksichtigen: Tumoreigenschaften, Rückfallrisiko, Beeinträchtigungen der Lebensqualität, Medikamente, Einnahmeschema etc. Ein individueller Therapieplan sorgt für ein ausgewogenes Verhältnis von medizinisch Notwendigem und persönlich Umsetzbarem.
Maßnahmen zum Management von möglichen Nebenwirkungen
Hier gelten grundsätzliche Empfehlungen wie die tägliche sportliche Betätigung einschließlich Kraftsport mehrmals pro Woche, Yoga und Entspannungsübungen, gesunde und antienzündliche Ernährung mit ausreichender Versorgung von Calcium, Magnesium und Vitamin D sowie eine entsprechende psychoonkologische Begleitung.
Dieser Artikel wurde mit größter Sorgfalt und unter Einbeziehung von Expert:innen erstellt. Er kann einen Überblick bieten, ist jedoch nicht geeignet, die Beratung durch einen Arzt oder eine Ärztin zu ersetzen.

Dr. Nina Bock
Chefärztin der Gynäkologie der AMEOS Reha Klinik Ratzeburg und Leiterin des zertifizierten Endometriosezentrums.
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