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Brustkrebs individuell behandeln

Von Operation über Strahlen- und Chemotherapie bis hin zur Antihormontherapie und den zielgerichteten Therapien – welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es bei Brustkrebs?

21.1.2026
Expertenbeitrag

Brustkrebs ist die häufigste Krebserkrankung bei Frauen in Deutschland. Durch Weiterentwicklung der Behandlungsmöglichkeiten konnten sowohl die Heilungschancen als auch die Lebensqualität deutlich verbessert werden. ‍

Wie wird Brustkrebs behandelt?

Zur Therapie von Brustkrebs kommen unterschiedliche Behandlungsmöglichkeiten zum Einsatz. Welche Therapien oder auch Kombinationen von Therapien angewendet werden, hängt vom Tumor, Nebenerkrankungen sowie den persönlichen Wünschen und Erwartungen der Patientin ab.

Die folgenden Behandlungsmöglichkeiten stehen zur Verfügung:

  • Operation, 
  • Strahlentherapie, 
  • Chemotherapie, 
  • Antihormontherapie, 
  • zielgerichtete Therapie.

Zusätzlich zu den gezielt gegen den Tumor gerichteten Therapien werden Patientinnen mit Brustkrebs unterstützt durch: 

  • Supportive Behandlungen: zur Verbesserung der Lebensqualität durch Linderung der Symptome und Reduktion von Therapienebenwirkungen, 
  • Komplementäre Behandlungen: zur Förderung des Wohlbefindens und zur Reduktion von Nebenwirkungen,
  • Palliative Behandlung: Neben Symptomlinderung und Verbesserung der Lebensqualität erfolgt eine psychische, seelische und psychosoziale Betreuung von der Patientin und den Angehörigen.

Brustkrebs-OP

Bei lokal begrenztem Brustkrebs kann die Operation vor oder nach einer Chemotherapie stattfinden – oft der erste Therapieschritt. Ziel ist es, das Tumorgewebe vollständig zu entfernen. Welche Art der Operation durchgeführt wird, hängt von unterschiedlichen Faktoren ab.

Brust erhaltende Operation:

Der Tumor wird entfernt, die Brust bleibt erhalten. Es erfolgt im Nachgang meist eine Bestrahlung.

Mastektomie:

Das gesamte Brustdrüsengewebe einschließlich des Tumors, die darüberliegende Haut und die Brustwarze werden entfernt. Auch die Haut des Bindegewebes, die zwischen Brustmuskel und dem Drüsengewebe liegt, wird entfernt. Lediglich der Brustmuskel bleibt erhalten.

Die Operation wird häufig im Vorfeld oder danach mit einer Chemo- oder Strahlentherapie kombiniert.

Strahlentherapie: Präzise gegen Krebszellen

Die Strahlentherapie soll vereinzelte, möglicherweise verbliebene Krebszellen im Brustgewebe und der Achselhöhle zerstören und somit das Risiko für einen Rückfall minimieren. Die Strahlentherapie wird häufig zusätzlich zur Operation und medikamentöser Therapie – adjuvant (begleitend) – eingesetzt. Die Strahlentherapie wird individuell geplant.

Chemotherapie: Systemische Bekämpfung von Krebs

Die Chemotherapie erfolgt mit sogenannten Zytostatika, die meist als Infusion gegeben werden und damit im gesamten Körper wirken. 

Die Zytostatika schädigen die Tumorzellen derart, dass sie sich nicht mehr teilen können. Durch die Therapie werden andere, sich schnell teilende Zellen im Körper ebenfalls geschädigt, so dass es zu Nebenwirkungen wie Haarausfall, Schleimhautschädigungen oder Veränderungen von Zellen des blutbildenden Systems kommt.

Eine Chemotherapie kann in verschiedenen Phasen der Erkrankung gegeben werden:

  • adjuvant: nach der operativen Entfernung des Tumors mit dem Ziel, das Rückfallrisiko zu senken, 
  • neoadjuvant: vor der operativen Entfernung des Tumors mit dem Ziel der Tumorverkleinerung, so dass eine Operation meist brusterhaltend möglich ist und das Ansprechen des Tumors auf die Chemotherapie beurteilt werden kann, 
  • palliativ: wenn das Tumorgewebe durch eine Operation nicht vollständig entfernt werden konnte, oder sich die Erkrankung auf andere Organe ausgebreite hat mit dem Ziel, das Tumorwachstum einzudämmen.

Antihormontherapie: Hormonabhängiges Tumorwachstum stoppen

Das Wachstum von ca. 70 % aller Brustkrebstumore ist abhängig von weiblichen Geschlechtshormonen. So können Medikamente, die die Bildung oder Wirkung dieses Hormons verhindern, das Wachstum hormonempfindlicher Tumorzellen unterdrücken.

  • Östrogenrezeptor-Blocker (z. B. Tamoxifen, Fulvestrant): Blockieren die Bindungsstellen für Östrogen auf den Krebszellen. Das körpereigene Hormon ist somit noch vorhanden, kann aber nicht auf den Tumor wirken. 
  • Aromatasehemmer (z. B. Letrozol, Anastrozol, Exemestan): Sie verhindern die Bildung von Östrogen in verschiedenen Geweben. Die genaue Ausgestaltung der Antihormontherapie richtet sich nach den Tumoreigenschaften und den individuellen Bedürfnissen der Patientin.

    Die Antihormontherapie wird empfohlen, wenn die Gewebeprobe des Tumors die entsprechenden Hormonrezeptoren aufweist: ER+ für Östrogenrezeptor-positiv und/ oder PgR oder PR + für Progesteron-Rezeptor-positiv.

    Die Antihormontherapie kann bereits vor der Operation begonnen oder erst im Nachgang (adjuvant) gegeben werden. Sie wird meist für einen Zeitraum von ca. 5 Jahren empfohlen, wobei Frauen vor den Wechseljahren mit Tamoxifen und Frauen nach den Wechseljahren meist mit Aromatasehemmern behandelt werden.

Zielgerichtete Therapie: Maßgeschneiderte Behandlung

Zielgerichtete Therapien können die bereits beschriebenen Therapiemöglichkeiten ergänzen. Sie blockieren Vorgänge in der Zelle, die für das Wachstum der Krebszelle wichtig sind. Voraussetzung ist eine genaue Charakterisierung des Tumors. Ein Beispiel für einen zielgerichteten Angriffspunkt ist HER2:

  • HER2-positive Tumoren: Der Wachstumsfaktor HER2 kann durch Antikörper wie Trastuzumab oder Pertuzumab blockiert werden.

Psychoonkologische Begleitung: Ganzheitliche Unterstützung

Brustkrebs betrifft nicht nur den Körper, sondern auch die Seele. Psychoonkologische Betreuung hilft, Ängste und Sorgen zu bewältigen, unterstützt in Entscheidungsphasen und fördert die Lebensqualität – sowohl während als auch nach der Therapie.

Rehabilitation und Nachsorge – Zurück ins Leben

Genauso wichtig wie die Akuttherapie, ist eine Rehabilitation, bei der durch verschiedene Maßnahmen die körperliche, seelische und soziale Gesundheit gestärkt werden. Elemente der Rehabilitation sind neben der fachärztlichen Betreuung die

  • Physiotherapie und Lymphdrainage, 
  • Psychoonkologie zur Krankheitsbewältigung, 
  • Psychosoziale Begleitung mit Maßnahmen zur Teilhabe am privaten und beruflichen Leben, 
  • Ernährungsberatung, 
  • Achtsamkeit und Resilienzsstärkung.

Dieser Artikel wurde mit größter Sorgfalt und unter Einbeziehung von Expert:innen erstellt. Er kann einen Überblick bieten, ist jedoch nicht geeignet, die Beratung durch einen Arzt oder eine Ärztin zu ersetzen.

Autor
Autorin
Prüfer
Prüferin

Dr. Nina Bock

Chefärztin der Gynäkologie der AMEOS Reha Klinik Ratzeburg und Leiterin des zertifizierten Endometriosezentrums.

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Quellen:
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