Von Operation über Strahlen- und Chemotherapie bis hin zur Antihormontherapie und den zielgerichteten Therapien – welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es bei Brustkrebs?
Brustkrebs ist die häufigste Krebserkrankung bei Frauen in Deutschland. Durch Weiterentwicklung der Behandlungsmöglichkeiten konnten sowohl die Heilungschancen als auch die Lebensqualität deutlich verbessert werden.
Wie wird Brustkrebs behandelt?
Zur Therapie von Brustkrebs kommen unterschiedliche Behandlungsmöglichkeiten zum Einsatz. Welche Therapien oder auch Kombinationen von Therapien angewendet werden, hängt vom Tumor, Nebenerkrankungen sowie den persönlichen Wünschen und Erwartungen der Patientin ab.
Die folgenden Behandlungsmöglichkeiten stehen zur Verfügung:
Zusätzlich zu den gezielt gegen den Tumor gerichteten Therapien werden Patientinnen mit Brustkrebs unterstützt durch:
Brustkrebs-OP
Bei lokal begrenztem Brustkrebs kann die Operation vor oder nach einer Chemotherapie stattfinden – oft der erste Therapieschritt. Ziel ist es, das Tumorgewebe vollständig zu entfernen. Welche Art der Operation durchgeführt wird, hängt von unterschiedlichen Faktoren ab.
Brust erhaltende Operation:
Der Tumor wird entfernt, die Brust bleibt erhalten. Es erfolgt im Nachgang meist eine Bestrahlung.
Mastektomie:
Das gesamte Brustdrüsengewebe einschließlich des Tumors, die darüberliegende Haut und die Brustwarze werden entfernt. Auch die Haut des Bindegewebes, die zwischen Brustmuskel und dem Drüsengewebe liegt, wird entfernt. Lediglich der Brustmuskel bleibt erhalten.
Die Operation wird häufig im Vorfeld oder danach mit einer Chemo- oder Strahlentherapie kombiniert.
Strahlentherapie: Präzise gegen Krebszellen
Die Strahlentherapie soll vereinzelte, möglicherweise verbliebene Krebszellen im Brustgewebe und der Achselhöhle zerstören und somit das Risiko für einen Rückfall minimieren. Die Strahlentherapie wird häufig zusätzlich zur Operation und medikamentöser Therapie – adjuvant (begleitend) – eingesetzt. Die Strahlentherapie wird individuell geplant.
Chemotherapie: Systemische Bekämpfung von Krebs
Die Chemotherapie erfolgt mit sogenannten Zytostatika, die meist als Infusion gegeben werden und damit im gesamten Körper wirken.
Die Zytostatika schädigen die Tumorzellen derart, dass sie sich nicht mehr teilen können. Durch die Therapie werden andere, sich schnell teilende Zellen im Körper ebenfalls geschädigt, so dass es zu Nebenwirkungen wie Haarausfall, Schleimhautschädigungen oder Veränderungen von Zellen des blutbildenden Systems kommt.
Eine Chemotherapie kann in verschiedenen Phasen der Erkrankung gegeben werden:
Antihormontherapie: Hormonabhängiges Tumorwachstum stoppen
Das Wachstum von ca. 70 % aller Brustkrebstumore ist abhängig von weiblichen Geschlechtshormonen. So können Medikamente, die die Bildung oder Wirkung dieses Hormons verhindern, das Wachstum hormonempfindlicher Tumorzellen unterdrücken.
Zielgerichtete Therapie: Maßgeschneiderte Behandlung
Zielgerichtete Therapien können die bereits beschriebenen Therapiemöglichkeiten ergänzen. Sie blockieren Vorgänge in der Zelle, die für das Wachstum der Krebszelle wichtig sind. Voraussetzung ist eine genaue Charakterisierung des Tumors. Ein Beispiel für einen zielgerichteten Angriffspunkt ist HER2:
Psychoonkologische Begleitung: Ganzheitliche Unterstützung
Brustkrebs betrifft nicht nur den Körper, sondern auch die Seele. Psychoonkologische Betreuung hilft, Ängste und Sorgen zu bewältigen, unterstützt in Entscheidungsphasen und fördert die Lebensqualität – sowohl während als auch nach der Therapie.
Rehabilitation und Nachsorge – Zurück ins Leben
Genauso wichtig wie die Akuttherapie, ist eine Rehabilitation, bei der durch verschiedene Maßnahmen die körperliche, seelische und soziale Gesundheit gestärkt werden. Elemente der Rehabilitation sind neben der fachärztlichen Betreuung die
Dieser Artikel wurde mit größter Sorgfalt und unter Einbeziehung von Expert:innen erstellt. Er kann einen Überblick bieten, ist jedoch nicht geeignet, die Beratung durch einen Arzt oder eine Ärztin zu ersetzen.

Dr. Nina Bock
Chefärztin der Gynäkologie der AMEOS Reha Klinik Ratzeburg und Leiterin des zertifizierten Endometriosezentrums.
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