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Nachsorge nach Krebsbehandlung

Welche Untersuchungen sind wichtig und warum? Wie oft finden Nachsorgeuntersuchungen statt? Was kann man selbst zur Nachsorge beitragen?

30.12.2025
Expertenbeitrag

Nach der erfolgreichen Behandlung einer Krebserkrankung beginnt für viele Patient:innen ein neuer Lebensabschnitt. Allerdings begleitet die Sorge des Wiederauftretens eines Tumors den Alltag. Regelmäßige Nachsorgeuntersuchungen sind wichtig, um mögliche Rückfälle (Rezidive) zu erkennen, psychosozial zu unterstützen und so die Genesung bestmöglich zu begleiten.

Was sind Nachsorgeuntersuchungen und warum sind sie wichtig?

Nachsorgeuntersuchungen dienen dazu, sowohl den körperlichen als auch den seelischen Gesundheitszustand nach einer Krebsbehandlung zu überprüfen. Sie helfen, Rezidive (mögliches Wiederauftreten der Krebserkrankung) oder Tochtergeschwulste (Metastasen) frühzeitig zu erkennen. Zusätzlich können Nebenwirkungen, Langzeit- und Spätfolgen der Therapie oder gar weitere unabhängige Krebserkrankungen erkannt werden. 

Neben der körperlichen Untersuchung haben Nachsorgeuntersuchungen auch das Ziel, Patient:innen gut zurück in den “neuen" Alltag zu begleiten; dabei spielen psychosoziale und psycho-onkologische Aspekte eine wichtige Rolle.

Patient:innen sollten körperliche und seelische Veränderung beachten, die empfohlenen Kontrolltermine wahrnehmen und dort auch alle Herausforderungen im „neuen“ Alltag ansprechen. Die Begleitung durch Ärzt:innen, Psychoonkolog:innen und Selbsthilfegruppen bietet hierbei wichtige Unterstützung.

Wie oft finden Nachsorgeuntersuchungen statt?

Die genaue Ausgestaltung des individuellen Nachsorgeprogramms (Methoden oder Häufigkeit der Untersuchungen) hängt von der Art der Krebserkrankung, dem Stadium der Erkrankung und der durchgeführten Therapie ab. Grundsätzlich gelten folgende Richtwerte:

  • in den ersten 2 Jahren: alle 3 bis 6 Monate,
  • im 3. bis 5. Jahr: alle 6 bis 12 Monate,
  • ab dem 6. Jahr: jährliche Kontrollen.

Individuelle Abweichungen sind möglich und werden vom behandelnden Arzt/der behandelnden Ärztin festgelegt.

Welche Nachsorgeuntersuchungen gibt es?

Die Ausgestaltung des Nachsorgeprogramms richtet sich nach der Art der Krebserkrankung und der individuellen Krankengeschichte. Zu den häufigsten Untersuchungen gehören:

Körperliche Untersuchung

Mit der regelmäßigen allgemeinen körperlichen Untersuchung durch den behandelnden Arzt/die behandelnde Ärztin wird der Gesundheitszustand erfasst und Beschwerden oder Auffälligkeiten frühzeitig erkannt.

Bildgebende Verfahren

Je nach Krebserkrankung kommen auch apparative Methoden wie z. B. Ultraschall, Röntgen, CT (Computertomographie), MRT (Magnetresonanztomographie) oder PET-CT (Positronen-Emissions-Tomographie) zum Einsatz, um mögliche Tumoren oder Absiedlungen (Metastasen) frühzeitig zu erkennen.

Blutuntersuchungen

Die Kontrolle allgemeiner Blutwerte oder spezifischer Tumormarker, kann Hinweise auf Veränderungen geben, die ggf. genauer untersucht werden müssen.

Mammografie

Bei Brustkrebspatient:innen ist die regelmäßige Mammografie ein wichtiger Bestandteil der Nachsorge.

Darmspiegelung

Bei Darmkrebspatient:innen wird in regelmäßigen Abständen eine Darmspiegelung (Koloskopie) empfohlen, um mögliche neue Tumore zu entdecken.

PSA-Test

Bei Prostatakrebspatienten gehört die Bestimmung des PSA-Werts zum Nachsorge-programm.

Knochendichtemessung

Bei bestimmten Krebserkrankungen oder durch eine Antihormontherapie kann es zu einer Verringerung der Knochendichte (Osteoporose) kommen. Um dieses rechtzeitig zu erkennen, ist eine regelmäßige Knochendichtemessung sinnvoll.

Welche Rolle spielt die Selbstbeobachtung?

Neben den ärztlichen Nachsorgeuntersuchungen ist auch die Selbstbeobachtung von großer Bedeutung. Patient:innen sollten auf folgende Veränderungen achten und diese dem Arzt/der Ärztin berichten: 

  • ungewöhnliche Schmerzen, 
  • Schwellungen oder Knoten, 
  • plötzliche Gewichtsveränderungen, 
  • anhaltende Müdigkeit, 
  • Atembeschwerden, 
  • Hautveränderungen.

Welche Unterstützung gibt es für Patient:innen?

Nachsorge ist medizinisch wichtig, kann aber emotional sehr belastend sein: Jeder Termin erinnert an die Erkrankung und das Warten auf die Untersuchungsergebnisse ist mit Ungewissheiten verbunden.

Gespräche mit Psychoonkologen oder der Austausch in Selbsthilfegruppen können helfen, mit Ängsten oder Wartezeiten umzugehen und so die Lebensqualität zu verbessern.

Was kann man selbst zur Nachsorge beitragen?

Eine gesunde Lebensweise kann die Genesung unterstützen und das Risiko eines Rückfalls verringern. Dazu gehören die allgemeinen Prinzipien, wie: 

  • ausgewogene Ernährung mit max. 300-600 g Fleisch/Woche, 
  • regelmäßige Bewegung, 
  • Verzicht auf das Rauchen, Alkohol, Drogen, 
  • Normalgewicht.

Dieser Artikel wurde mit größter Sorgfalt und unter Einbeziehung von Expert:innen erstellt. Er kann einen Überblick bieten, ist jedoch nicht geeignet, die Beratung durch einen Arzt oder eine Ärztin zu ersetzen.

Autor
Autorin
Prüfer
Prüferin

Dr. Nina Bock

Chefärztin der Gynäkologie der AMEOS Reha Klinik Ratzeburg und Leiterin des zertifizierten Endometriosezentrums.

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Quellen:
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