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Lungenkrebs (Bronchialkarzinom)

Lungenkrebs: Behandlungsmethoden – von Operation bis Immuntherapie

Welche Behandlungsmethoden gibt es und welche Therapie passt am besten zu mir und meiner Lebenssituation?

21.1.2026
Expertenbeitrag

Lungenkrebs (Bronchialkarzinom) gehört zu den häufigsten Krebserkrankungen weltweit und stellt ein vielschichtiges und komplexes Krankheitsbild dar. Demzufolge erfordert die Behandlung von Lungenkrebs einen individuellen Ansatz, der die Art des Tumors, das Stadium der Erkrankung, den allgemeinen Gesundheitszustand und die persönliche Lebenssituation der Patient:innen berücksichtigen sollte. In den letzten Jahren wurden neue Therapien entwickelt und damit die Prognose verbessert.

Was ist Lungenkrebs?

Beim Lungenkrebs entstehen die Tumore aus dem Gewebe in den verschiedenen Bereichen der Lunge. Dort können sie lokal begrenzt verbleiben, in das Gewebe/Organ hineinwachsen oder mit Absiedlungen (Metastasen) in den Körper streuen.

Lungenkrebserkrankungen werden anhand des Aussehens und der Zellgrößen der Tumorzellen unter dem Mikroskop sowie weiterer Eigenschaften grob in zwei Gruppen unterteilt:

  • kleinzelliger Lungenkrebs (abgekürzt SCLC) ~ 15 %
  • nicht-kleinzelliger Lungenkrebs (abgekürzt NSCLC) ~ 85 %

Diese Tumore entstehen aus dem Gewebe der Lunge und sind zu unterscheiden von den Absiedlungen (Metastasen) anderer Tumore (z. B. Brust- oder Darmtumore). Diese Tumorzellen werden über das Blut oder die Lymphe zur Lunge transportiert und führen so zu Lungenmetastasen.

Wie wird Lungenkrebs behandelt?

Die Behandlung von Lungenkrebs richtet sich unter anderem nach der Art und den Eigenschaften des Tumors, dem Stadium der Erkrankung, dem allgemeinen Gesundheitszustand und den Lebensumständen der Patient:innen.

Lungenkrebs: Operation

Wird der nicht-kleinzellige Lungenkrebs (NSCLC) frühzeitig erkannt, ist die chirurgische Entfernung des Tumors die wichtigste Behandlungsmaßnahme. Je nach Größe und Lokalisation des Tumors kommen unterschiedliche Operationsmethoden zum Einsatz.

Die Operation kann mit verschiedenen systemischen Therapien, d. h. Chemotherapie, zielgerichteten Therapien oder Immuntherapie kombiniert werden. Die Gabe der systemischen Therapien kann sowohl vor als auch nach der Operation erfolgen.

Das Ziel dieser Therapiekonzepte ist es, den Tumor vollständig zu entfernen und das Rückfallrisiko zu minimieren.

Der kleinzellige Lungenkrebs (SCLC) streut normalerweise bereits in frühen Phasen in den Körper (Metastasenbildung), so dass eine Operation selten durchgeführt wird. Eine Ausnahme besteht dann, wenn der Tumor noch klein ist und keine weiteren Organe und Lymphknoten betroffen sind. Kleinzelliger Lungenkrebs wird mit systemischen Therapien (Chemotherapie, zielgerichteten Therapien, Immuntherapie) behandelt.

Lungenkrebs: Strahlentherapie

Bei einer Strahlentherapie wird hochenergetische Strahlung auf den Tumor gerichtet. Je nach Tumor und Stadium der Erkrankung wird eine Gesamtstrahlendosis für den Patient/die Patientin festgelegt, die dann "aufgeteilt" (fraktioniert) angewendet wird.

Die Strahlung kann auf zwei Wegen zugeführt werden:

  •  von außen (perkutane Therapie): Patient:innen liegen still auf einer Liege und die Strahlung wird präzise über ein Gerät zugeführt, 
  • von innen (Brachytherapie): eine radioaktive Strahlenquelle wird in das erkrankte Gewebe eingebracht und gibt die Strahlung ab.

Beim nicht-kleinzelligen Lungenkrebs (NSCLC) mit einem örtlich begrenzten Tumor wird die Strahlentherapie dann eingesetzt, wenn eine Operation nicht durchgeführt werden kann. Hat sich der Tumor bereits ausgebreitet, wird die Strahlentherapie häufig mit einer Chemotherapie kombiniert.

Beim kleinzelligen Lungenkrebs (SCLS) wird die Strahlentherapie häufig mit der Chemotherapie kombiniert, wenn eine Operation nicht möglich ist. In Abhängigkeit vom Tumor und seiner Tendenz, in bestimmte Organe zu streuen (z. B. Gehirn), werden diese Organe in einigen Fällen mitbestrahlt.

Die Strahlentherapie kann auch im fortgeschrittenen Stadium zur Verbesserung der Lebensqualität (palliativ) zur Linderung von Schmerzen und Atemnot eingesetzt werden.

Lungenkrebs: Chemotherapie

Bei der Chemotherapie kommen Medikamente zum Einsatz, die das Zellwachstum hemmen, sogenannte Zytostatika. Diese Medikamente werden meist durch eine Infusion über einen Port (Kammer mit Zugang zur großen Vene) verabreicht und verteilen sich im ganzen Körper.

Die Medikamente wirken insbesondere auf Tumorzellen, aber auch auf gesunde Zellen, besonders die Zellen, die sich schnell teilen. Deshalb verursachen die Medikamente auch Nebenwirkungen an gesundem Gewebe, u.a. an Schleimhäuten (im Mund und Intimbereich), an Haaren und Nägeln sowie im blutbildenden System.

Beim Lungenkrebs kommt die Chemotherapie in verschiedenen Erkrankungssituationen zum Einsatz:

  • Vor einer Operation (neoadjuvant): zur Verbesserung der Ausgangslage für die OP, ggf. in Kombination mit einer Immuntherapie, 
  • Nach einer Operation (adjuvant): um verbliebene Tumorzellen zu zerstören, 
  • Bei fortgeschrittenen oder metastasierten Tumoren: um Tumorzellen zu zerstören, ggf. in Kombination mit anderen Therapien (Bestrahlung, zielgerichtete Therapie, Immuntherapie), 
  • In der Palliativsituation: zur Linderung tumorbedingter Beschwerden oder zur Verlangsamung des Fortschreitens der Erkrankung.

Lungenkrebs: Zielgerichtete Therapien

Zielgerichtete Therapien richten sich gegen bestimmte Mechanismen in den Zellen, die deren Wachstum bzw. Überleben steuern. Hierbei können z. B. wachstumsfördernde Signalwege gestoppt oder die Apoptose (programmierte Zelltod) des Tumors wieder eingeleitet werden.

Wichtig für diese Therapieform ist eine genaue Charakterisierung der Tumorzellen, um sicherzustellen, dass die Zielstruktur des Medikaments im Tumor auch tatsächlich vorhanden ist.

Die Zahl der zielgerichteten Wirkstoffe steigt kontinuierlich. Dadurch kann die Therapie individueller, schonender und häufig auch erfolgreicher gestaltet werden.

Beispiele für zielgerichtete Therapie sind:

  • Tyrosinkinase-Hemmer (EGFR-Hemmer), die wachstumsfördernde Signalwege in der Zelle hemmen, z. B. Osimertinib, Afatinib, Gefitinib oder Erlotinib, 
  • Serin-/Threoninkinase-Hemmer (BRAF-Hemmer), die wachstumsfördernde Signalwege in der Zelle hemmen z. B. Encorafenib, Dabrafenib.

Zielgerichtete Therapien werden überwiegend beim nicht-kleinzelligen Lungenkrebs (NSCLS), vor allem in fortgeschrittenen Stadien eingesetzt. Die Medikamente können allein oder in Kombination angewendet werden.

Beim kleinzelligen Lungenkrebs (SCLS) haben sich zielgerichtete Therapien bisher nicht bewährt.

Lungenkrebs: Immuntherapie

Die Krebszellen des Lungentumors schützen sich mit sogenannten Checkpoints vor dem Immunsystem. Hierbei handelt es sich um Eiweiße, welche sich an der Zelloberfläche befinden. Vom Tumor werden die Checkpoints benutzt um vom Immunsystem nicht angegriffen bzw. zerstört zu werden. Werden diese Checkpoints aber durch Medikamente blockiert, so kann das Immunsystem den Tumor wieder zerstören.

Beispiele für Checkpoint-Hemmer sind Pembrolizumab, Durvalumab, Cemiplimab oder Atezolizumab.

Checkpoint-Inhibitoren werden überwiegend beim fortgeschrittenen nicht-kleinzelligen Lungenkrebs (NSCLS) eingesetzt, finden aber auch beim kleinzelligen Lungenkrebs (SCLC) Anwendung. Die Medikamente können allein oder in Kombination mit Chemotherapie angewendet werden.

Lungenkrebs: Palliative Behandlung

Das Ziel einer palliativen Behandlung ist die Verbesserung der Lebensqualität. Beschwerden wie Atemnot oder Schmerzen, die den Alltag beeinträchtigen, sollen gelindert werden.

Die palliative Begleitung umfasst:

  • medikamentöse Maßnahmen (z. B. Schmerzreduktion), 
  • physikalische Maßnahmen (z. B. Atemgymnastik), 
  • psychoonkologische Begleitung (Krankheitsakzeptanz und Krankheitsbewältigung), 
  • psychosoziale Begleitung (Anspruch auf Sozialleistungen).

Für die Erkrankten und Ihr Umfeld wird ein individuelles Konzept entwickelt, das eine bestmögliche Lebensqualität sicherstellt.

Kombination von Behandlungsansätzen

Zur Therapie von Lungenkrebs werden verschiedene Behandlungsmethoden kombiniert, um einerseits Tumorzellen bestmöglich zu beseitigen und andererseits die krankheitsbezogene Lebensqualität nicht zu stark zu beeinträchtigen. Die Entwicklung neuer Medikamente und Konzepte hat die Prognose der Erkrankten in den letzten Jahren verbessert.

Wichtig ist es, mit dem behandelnden Arzt/der behandelnden Ärztin ein individuelles Therapiekonzept abzustimmen, das Tumorart und -umfang, Stadium der Erkrankung und persönliche Bedürfnisse berücksichtigt. Das Konzept sollte im Laufe der Behandlung immer wieder im Hinblick auf die zuvor genannten Punkte überprüft werden.

Dieser Artikel wurde mit größter Sorgfalt und unter Einbeziehung von Expert:innen erstellt. Er kann einen Überblick bieten, ist jedoch nicht geeignet, die Beratung durch einen Arzt oder eine Ärztin zu ersetzen.

Autor
Autorin
Prüfer
Prüferin

Fabian Illge

Approbierter Arzt in der Weiterbildung zum Facharzt für Hämatologie und Onkologie an den Asklepios Kliniken in Hamburg.

Mehr erfahren
Quellen:
  • Deutsche Krebsgesellschaft: Behandlungsmethoden bei Lungenkrebs: https://www.onko-portal.de/basis-informationen-krebs/krebsarten/definition/behandlungsmethoden-bei-lungenkrebs.html, 
  • Krebsliga: Wie wird Lungenkrebs behandelt?: https://www.krebsliga.ch/ueber-krebs/krebsarten/lungenkrebs-bronchialkarzinom/wie-wird-lungenkrebs-behandelt, 
  • Lungeninformationsdienst: Lungenkrebs - Therapie, 
  • NDR: Lungenkrebs - Neue Therapien steigern Lebenserwartung, 
  • Deutsche Krebsgesellschaft: Vorbeugung von Lungenkrebs, 
  • Lungenkrebs.de: Früherkennung von Lungenkrebs, 
  • https://www.janssenwithme.de/de-de/krebserkrankungen/lungenkrebs, 
  • Onkopedia: Lungenkarzinom (SCLC),
  • Onkopedia: Lungenkarzinom (NSCLC)
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