
Behandlung des Gallengangskarzinoms (biliäre Karzinome): Ein Überblick von Operationen über Chemo- und Strahlentherapie bis hin zu zielgerichteten Therapien.
Krebs der Gallenwege ist eine seltene, aber aggressive Krebserkrankung. Die Tumoren können (1) in Gallengängen der Leber (intrahepatisches Gallengangskarzinom), (2) in Gallengängen außerhalb der Leber (extrahepatisches Gallengangskarzinom) oder (3) in der Gallenblase auftreten. Aufgrund der zunächst unspezifischen Symptome wird diese Krebsart oft spät erkannt, was die Behandlung erschwert.
Krebs der Gallenwege verursacht oft über einen längeren Zeitraum keine oder nur sehr unspezifische Beschwerden. Es gibt auch keine allgemeine, regelmäßige Früherkennungsuntersuchung. Lediglich Patient:innen mit bestimmten Vorerkrankungen der Leber, der Gallengänge oder der Gallenblase können Früherkennungsuntersuchungen in Anspruch nehmen.
Folgende Beschwerden können auf eine Krebserkrankung in den Gallenwegen hinweisen:
Um die Diagnose Krebs der Gallenwege sicher zu stellen, werden in der Regel folgende Untersuchungen durchgeführt:
Die Behandlung einer Krebserkrankung in den Gallenwegen oder der Gallenblase richtet sich nach der Lokalisation, den biologischen Eigenschaften des Tumors, der Ausbreitung sowie dem allgemeinen Gesundheitszustand der Patient:innen. Der Therapieplan wird in einem interdisziplinären Tumorboard aus Gastroenterologie, Chirurgie, Onkologie und Radiologie festgelegt.
Ist der Tumor in einem frühen Stadium und lokal begrenzt, wird eine chirurgische Entfernung des Tumors durchgeführt. Das Ausmaß der Operation hängt entscheidend von der Lokalisation des Tumors ab.
Gallengangkrebs (intra-/extrahepatisch):
Gallenblasenkrebs:
Da Krebserkrankungen der Gallengänge oder der Gallenblase oft erst spät entdeckt werden, ist eine vollständige Entfernung des Tumors nicht bei allen Patient:innen möglich. Da die Tumoren häufig bereits gestreut haben, sind weitere Therapiemaßnahmen notwendig.
Nach erfolgreicher Operation wird in der Regel eine adjuvante Chemotherapie empfohlen, um das Rückfallrisiko zu senken:
Wenn der Tumor nicht vollständig operabel ist oder bereits Absiedelungen/Metastasen vorliegen, wird eine systemische Therapie eingesetzt:
Die Charakterisierung von Tumorzellen erfolgt heute nicht nur unter dem Mikroskop, sondern zusätzlich mit molekularbiologischen Methoden, um genetische Veränderungen der Tumore zu erfassen. Diese genetischen Veränderungen führen zu veränderten Proteinen in oder auf der Tumorzelle, die dann als gezielte Angriffspunkte für spezifische Medikamente dienen. Die genaue Charakterisierung des Tumors und die Auswahl eines auf seine Strukturen des Tumors angepassten Medikaments werden als personalisierte Therapie bezeichnet.
Beispiele für zielgerichtete Veränderungen, Strukturen und Wirkstoffe sind:
Diese zielgerichteten Therapien sind derzeit für fortgeschrittene Stadien der Erkrankung zugelassen.
Palliative – die Lebensqualität verbessernde Maßnahmen – kommen insbesondere dann zum Einsatz, wenn die Krebserkrankung nicht heilbar ist. Ziel der Maßnahmen ist es, die Lebensqualität und die Selbstbestimmung der Patient:innen aufrecht zu erhalten. Beispiele für palliative Maßnahmen sind:
Wenn der Tumor langfristig nicht geheilt werden kann, ist das Ziel, die Überlebenszeit zu verlängern und die Lebensqualität zu verbessern. Hierfür können folgende Methoden zum Einsatz kommen:
Krebs der Gallenwege betrifft nicht nur den Körper, sondern auch das allgemeine Befinden. Psychoonkologische Betreuung hilft hier, Ängste und Sorgen zu bewältigen, unterstützt in Entscheidungsphasen und fördert die Lebensqualität – sowohl während als auch nach der Therapie.
Da Krebserkrankungen der Gallenwege zu den selteneren Tumorerkrankungen zählen, ist die Zahl der Medikamente, die in großen klinischen Studien getestet und entsprechend zugelassen wurden, begrenzt. Diverse neue Medikamente und Therapiekonzepte werden in klinischen Studien geprüft. Diese Studien können Patient:innen einen sehr frühen Zugang zu innovativen Therapien bieten.
Genauso wichtig wie die Akuttherapie ist eine Rehabilitation, bei der durch verschiedene Maßnahmen die körperliche, psychische und soziale Gesundheit gestärkt wird.
Elemente der Rehabilitation sind neben der fachärztlichen Betreuung die
Dieser Artikel wurde mit größter Sorgfalt und unter Einbeziehung von Expert:innen erstellt. Er kann einen Überblick bieten, ist jedoch nicht geeignet, die Beratung durch einen Arzt oder eine Ärztin zu ersetzen.

Fabian Illge
Approbierter Arzt in der Weiterbildung zum Facharzt für Hämatologie und Onkologie an den Asklepios Kliniken in Hamburg.
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