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Lungenkrebs (Bronchialkarzinom)

Immuntherapie bei Lungenkrebs

Während bei einer Chemo- oder Strahlentherapie Substanzen von außen die Krebszellen zerstören, setzt die Immuntherapie auf die Aktivierung des Immunsystems.

21.1.2026
Expertenbeitrag

Die Immuntherapie mit Checkpoint-Hemmern (auch Checkpoint-Inhibitoren genannt) stellt einen bedeutenden Fortschritt in der Behandlung von nicht-kleinzelligem Lungenkrebs (NSCLC) vor allem im fortgeschrittenen Stadium dar und verbessert für viele Patient:innen die Prognose. Ob diese Therapieform für Patient:innen geeignet ist, muss mit dem behandelnden Arzt bzw. der behandelnden Ärztin besprochen werden.

Wie funktioniert die Immuntherapie bei Lungenkrebs?

Immuntherapie mit Checkpoint-Hemmern bei nicht-kleinzelligem Lungenkrebs (NSCLC)

Während bei der Chemo- oder Strahlentherapie Substanzen bzw. Strahlung zugeführt werden, um Zellen zu zerstören, hilft die Immuntherapie mit Checkpoint-Hemmern dem körpereigenen Immunsystem, Krebszellen zu erkennen und zu bekämpfen. 

Die Krebszellen des Lungentumors schützen sich mit sogenannten Checkpoints vor dem Immunsystem. Hierbei handelt es sich um Eiweiße, welche sich an der Zelloberfläche befinden. Vom Tumor werden die Checkpoints benutzt, um vom Immunsystem nicht angegriffen bzw. zerstört zu werden. Werden diese Checkpoints aber durch Medikamente blockiert, so kann das Immunsystem den Tumor wieder zerstören.

Beispiele für Checkpoint-Hemmer sind Atezolizumab, Cemiplimab, Durvalumab, Ipilimumab, Nivolumab oder Pembrolizumab.

Wann wird die Immuntherapie eingesetzt?

Die Immuntherapie mit Checkpoint-Hemmern wird überwiegend beim nicht-kleinzelligen Lungenkrebs (NSCLC) vor allem in fortgeschrittenen Stadien eingesetzt. Die Medikamente können allein oder in Kombination mit anderen Therapien wie Chemotherapie angewendet werden.

Ob eine solche Therapie erfolgen kann, und wenn ja, mit welchem Medikament bzw. mit welcher Kombination aus den verschiedenen Therapiemaßnahmen wird individuell mit der Patientin/dem Patienten besprochen.

Welche Nebenwirkungen können bei einer Immuntherapie auftreten?

Aufgrund der Interaktion mit dem Immunsystem sind die Nebenwirkungen einer Immuntherapie mit Checkpoint-Inhibitoren anders als die einer Chemotherapie. Sie entstehen durch eine Überaktivierung des körpereigenen Immunsystems und können verschiedene Organe betreffen.

Zu den häufigsten Nebenwirkungen zählen:

  • Allergische Reaktionen, 
  • Hautausschläge, 
  • Müdigkeit, 
  • Schilddrüsenfunktionsveränderung, 
  • Entzündungen, beispielsweise der Lunge, des Darms oder der Leber.

Es ist wichtig, während der Behandlung regelmäßige Kontrollen durchzuführen und bei Auftreten von verstärkten Beschwerden wie Durchfall, Blähungen, Gewichtsabnahme, Hautveränderungen etc. den behandelnden Arzt/die behandelnde Ärztin zu informieren.

Was kann von einer Immuntherapie mit Checkpoint-Hemmern erwartet werden?

Verbessertes Überleben:

Die Immuntherapie mit Checkpoint-Hemmern kann die Überlebenszeit von Patient:innen mit fortgeschrittenem nicht-kleinzelligem Lungenkrebs (NSCLC) verlängern.

Anderes Nebenwirkungsprofil:

Im Vergleich zur Chemotherapie können die Nebenwirkungen einer Immuntherapie mit Checkpoint-Hemmern im Alltag oftmals besser kompensiert werden und somit als milder betrachtet werden. Es können aber auch Entzündungen in bestimmten Organen auftreten. Daher sollen Patient:innen und Ärzt:innen mögliche Nebenwirkungen gut beobachten.

Langanhaltende Wirkung:

Die Immuntherapie mit Checkpoint-Inhibitoren – insbesondere bei gutem Ansprechen – kann über viele Monate fortgesetzt werden. Dadurch kann der Tumor langanhaltend am Wachstum gehindert werden.

Bessere Lebensqualität:

Durch moderatere Nebenwirkungen der Immuntherapie mit Checkpoint-Inhibitoren erleben Patient:innen eine bessere körperliche Verfassung und somit weniger Einschränkungen im Alltag.

Aktuelle Entwicklungen und Ausblick

Die Forschung zur Immuntherapie mit Checkpoint-Inhibitoren sowie zu kombinierten Behandlungskonzepten mit Chemotherapien oder zielgerichteten Therapien bei Lungenkrebs liefert stetig neue Ergebnisse. Für Patient:innen ergeben sich damit auch Chancen für effektivere Therapien und ein längeres Überleben, wobei stets ein individuelles Konzept für jeden Patienten/jede Patientin in Abhängigkeit vom Tumor, dem Stadium der Erkrankung und der persönlichen Lebenssituation zu finden ist.

Dieser Artikel wurde mit größter Sorgfalt und unter Einbeziehung von Expert:innen erstellt. Er kann einen Überblick bieten, ist jedoch nicht geeignet, die Beratung durch einen Arzt oder eine Ärztin zu ersetzen.

Autor
Autorin
Prüfer
Prüferin

Fabian Illge

Approbierter Arzt in der Weiterbildung zum Facharzt für Hämatologie und Onkologie an den Asklepios Kliniken in Hamburg.

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Quellen:
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