
Regelmäßige Dankbarkeitsübungen können dazu beitragen, psychische Widerstandskraft langfristig zu stärken und Resilienz zu entwickeln.
Dankbarkeitsübungen sind eine effektive Methode, um das psychische Wohlbefinden zu steigern und eine positive Lebenseinstellung zu fördern. Die Praxis der Dankbarkeit hilft, den Fokus auf die positiven Aspekte des Lebens zu lenken und erhöht so die emotionale Stabilität. Gerade nach einer Krebsdiagnose können regelmäßige Dankbarkeitsübungen dazu beitragen, eine optimistischere Sichtweise zu entwickeln und die psychische Widerstandskraft zu erhöhen.
Du kannst Dankbarkeit mit unterschiedlichen Methoden praktizieren. Eine einfache Methode ist das Führen eines Dankbarkeitstagebuchs, in dem Du täglich oder wöchentlich notierst, wofür Du dankbar bist.
Dies können kleine Alltagserfahrungen, zwischenmenschliche Begegnungen oder auch übergeordnete Lebensaspekte sein, die Dir Freude und Zufriedenheit bringen. Wichtig ist, dass Du dies regelmäßig und bewusst tust, damit die Übung ihre volle Wirkung entfalten kann.
Eine weitere Möglichkeit ist die Dankbarkeitsmeditation, bei der man in einer ruhigen Umgebung bewusst über die Dinge nachdenkt, für die man dankbar ist.
Diese Meditation kann helfen, den Geist zu beruhigen und ein tiefes Gefühl der Zufriedenheit zu entwickeln. Während der Meditation kann man sich auch auf den Körper fokussieren und die Dankbarkeit für die Teile des Körpers ausdrücken, die trotz der Krankheit funktionieren und Kraft spenden.
Das ABC der Dankbarkeit
Finde zu jedem Buchstaben des Alphabets einen Grund für Dankbarkeit: z.B. von A wie Atem oder ärztliche Unterstützung bis Z wie Zimt und Zucker auf Milchreis oder Zusammen lachen können.
Dankbarkeitsübungen können auch in den Alltag integriert werden, indem man beispielsweise morgens nach dem Aufwachen oder abends vor dem Einschlafen kurz innehält und sich bewusst macht, wofür man in der Nacht oder an diesem Tag dankbar war.
Solche Rituale fördern eine positive Grundstimmung und helfen, den Tag oder die Nacht in einem positiveren Licht zu betrachten. Damit verschwinden die unangenehmen Aspekte der aktuellen Situation nicht, aber der bewusste Blick auf Gründe für Dankbarkeit korrigiert das Gewicht der negativen Last nach unten.
Die positive Wirkung von Dankbarkeit ist wissenschaftlich belegt. Studien zeigen, dass Menschen, die regelmäßig Dankbarkeit praktizieren, weniger Stress empfinden, bessere Schlafqualität haben und insgesamt zufriedener und glücklicher sind.
Dankbarkeit lenkt den Fokus weg von negativen Gedanken hin zu positiven Erlebnissen und Erfahrungen, was die Wahrnehmung vorhandener positiver Aspekte trainiert und so eine gesunde psychische Verfassung fördert.
Insgesamt sind Dankbarkeitsübungen eine leicht anwendbare und äußerst wirkungsvolle Ressource, um das persönliche Wohlbefinden zu steigern und den Herausforderungen nach einer Krebsdiagnose besser gewachsen zu sein.
Sie fördern nicht nur die emotionale Gesundheit, sondern können auch physische Heilungsprozesse positiv beeinflussen, indem sie das allgemeine Stressniveau senken und das Immunsystem stärken.
Dieser Artikel wurde mit größter Sorgfalt und unter Einbeziehung von Expert:innen erstellt. Er kann einen Überblick bieten, ist jedoch nicht geeignet, die Beratung durch einen Arzt oder eine Ärztin zu ersetzen.

Angelika von Aufseß
Psychoonkologin und Autorin mit über 10 Jahren Erfahrung in der therapeutischen und rehabilitativen psychoonkologischen Arbeit mit Patient:innen nach der Krebsdiagnose.
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